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THE |
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SCHENKELBERG |
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CLAN |
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Es war in der ersten Adventswoche, als die beiden Schulfreunde, Kommissar Knut Lundgren und der Bankmann Lars Stenborg im "Fiskekrogen", einem der besten Restaurants von Göteborg, zusammen aßen. Kommissar Knut Lundgren hatte sich daran gewöhnt, dass sein Schulfreund Lars Stenborg finanziell ganz anders dastand als er. Sie waren nun beide 50 Jahre alt und jeder glaubte vom anderen, dass der fitter und jünger aussah als er selbst. Gerade besprachen sie, wann sie wieder Hechte angeln gehen sollten, denn sie waren beide leidenschaftliche Angler und fischten jedes Jahr vor Weihnachten im Antensee bei Ålingsas. Lars Elternhaus stand am Ufer des Sees. Obwohl Lars es jetzt nur noch als Sommerhaus benutzte, konnten sie dort übernachten. Da klingelte das Handy des Kommissars. "Entschuldige mich", sagte er. "Ich muss sofort los. Ein Toter in Ålingsas", wandte er sich an Lars. Er bemerkte nicht, wie blass Lars plötzlich geworden war. Knut Lundgren traf im Polizeihaus auf seine Kollegin Malin Holm. Sie steuerte den Wagen, da er getrunken hatte. Die E20 lag leer vor ihnen. Es war inzwischen 22.00 Uhr und es fing leicht an zu schneien. Etwa 30 km mussten sie fahren. "Gut, dass ich den dicken Steppmantel über den leichten Anzug gezogen habe", dachte Lundgren befriedigt. Am Eingang von Ålingsas erwartete sie ein Polizeiauto, welches sie zum Fundort im Stadtteil ängabo führte. Das Haus wirkte verwohnt. Die Lampe über der Eingangstür war zersprungen. Als sie die Kellertür öffneten, schlug ihnen ein furchtbarer Gestank entgegen. Malin kannte den Geruch von verwesenden Leichen bereits. Sie drückte sich sofort ihr Taschentuch vor den Mund. Der Kriminaltechniker Olle Westerling stand vor dem Eingang einer Dunkelkammer, die in einem der Kellerräume eingerichtet war. "Tja, das Opfer hieß Mats Hassold. Er war Alkoholiker und vorher ein berühmter Fotograf. Er arbeitete wohl immer noch, obwohl er schon lange von Sozialhilfe lebte". Olle wies hinter sich in den Kellerraum. "Er hat einen Schlag auf den Schädel bekommen. Die Leiche lag sicher schon drei Wochen hier. Der Körper ist schon stark verwest. "Entschuldigt, ich muss weitermachen", fügte er hinzu. Wer ihn gefunden habe, wollte Lundgren noch wissen. "Der Hausmeister, er hat den Geruch bemerkt", antwortete Olle. Am nächsten Morgen versammelte Knut seine gesamte Mannschaft. Außer Malin gab es noch die Inspektoren Bengt Andersson und Tobias Lundblad. Der Techniker Olle war auch anwesend. Sie hatten einen Raum im Polizeihaus in Ålingsas bekommen. Olle Westerling löschte das Licht. An Hand der digitalen Bilder, die er via Computer auf die Wand produzierte, gingen sie noch einmal alles durch, was sie an Informationen hatten. Die Wohnung und die Dunkelkammer waren von dem Täter durchsucht worden. Der Tote hatte immer eine Kamera umhängen. Diese fehlte jetzt. Knut Lundgren beendete die Unterredung und entschied: "Nun, jetzt bei Tageslicht suchen wir im Gelände nach der Tatwaffe und der Kamera, notfalls mit Hunden. Andersen und Lundblad befragen die Nachbarn und die Bekannten. Malin kümmert sich noch mehr um den Hintergrund des Toten; Bankkonto, Ehefrau, usw". Knut Lundgren lehnte sich im Stuhl zurück und sinnierte: "Konnte es ein gewöhnlicher Mord unter Alkoholikern sein oder steckte doch mehr dahinter. Das Verschwinden der Kamera und die Durchsuchung von Wohnung und Dunkelkammer scheinen darauf hinzuweisen". Es klopfte an der Tür. Herein trat Bo Steinwall, der Geschäftsführer eines Supermarktes in der Stadt. Lundgren kannte ihn vom Sehen. Er nahm auf den Besucherstuhl Platz und sagte: "Ehe es dir anders zu Ohren kommt, will ich dir sagen, dass ich Mats Hassold aus alter Tradition auch für nächstes Jahr den Auftrag gegeben hatte, Bilder für unseren Kundenkalender zu schießen. Du weißt, wir bringen immer einen Kalender mit Bildern von Ålingsas heraus. Diesmal sollten es Bilder von den Seen rund um Ålingsas sein". "Na, Mats Tod hat sich ja schnell herumgesprochen", schmunzelte der Kommissar. "Der Auftrag war wohl schwarz?". Bo nickte: "Ich hoffe es kann unter uns bleiben. Ich habe von Mats Tod heute Morgen in der "Ålingsas Tidning" gelesen". "Ja, die sind schnell. Danke für die Information", erwiderte Lundgren. Malin rief an, es habe tatsächlich zwei größere Einzahlungen, jeweils 250 000 SEK, im Juli und Oktober auf Mats Konto gegeben. Es waren Bareinzahlungen. "Was machen wir da?", fragte Lundgren. "Ich besorge mir die Videobänder der überwachungskamera in der Bank, denke ich", erwiderte Malin. Am Abend schaute die gesamte Truppe auf das flimmernde schwarzweiße Bild der überwachungskamera. "Gleich werde ich den Mörder sehen", dachte Lundgren aufgeregt. Da trat ein Mann mit Kamera vor dem Bauch in die Schalterhalle. Es war der Tote selbst, der das Geld einzahlte. Ein Seufzen der Enttäuschung ging durch den Raum. Die Tatwaffe, ein Hammer, wie man ihn überall kaufen konnte, war gefunden worden. Die Kamera, eine alte Hasselblad, lag nicht weit davon entfernt. Der Film war entfernt worden. Die Fingerabdrücke wurden gesichert. Ein Vergleich mit der Datei ergab, dass sie noch nicht gespeichert waren. Sie waren keinen Schritt weitergekommen. Lundgren sagte: "Mats Hassold hatte den Auftrag, Bilder für einen Kundenkalender zu machen. Es sollten Seebilder werden. Schauen wir seine Negative noch einmal durch. Vielleicht finden wir etwas, was sich für eine Erpressung eignet!". Am nächsten Morgen um 10.30 Uhr kam der Anruf. Eine Mädchenleiche sei von einer Spaziergängerin, vielmehr von ihrem Hund, außerhalb von Bällingen gefunden worden. Die Mädchenleiche lag mit grünem Moos bedeckt in einer Senke unter dichten Tannen. Sie war voll bekleidet in Reiterhosen, Reitstiefeln und einer Lederjacke. Der Rollkragenpullover war am Hals zerrissen. Ihre Augen standen weit offen. Das Weiße der Augen war rot gesprenkelt. Das lange schwarze Haar floss über die Erde und sah ganz lebendig neben dem toten Mädchen aus. Ihre Mutter hatte sie erst am Morgen als vermisst gemeldet, als sie von einer Dienstreise aus Stockholm zurückgekehrt war. Hanna war wohl die ganze Nacht nicht zu Hause gewesen, denn der Hund der Familie hatte die Wohnung verunreinigt, was er nicht gemacht hätte, wenn er am Abend nach draußen geführt worden wäre. Hanna arbeitete nach der Schule im Reitstall in Källeberg. Sie war verrückt nach Pferden, so wie viele Mädchen ihres Alters. Sie war gerade 14 Jahre alt. Ihr Vater war Inder, der wieder in seine Heimat zurückgegangen war. Lundgren und Malin Holm fuhren nach der Tatortbesichtigung direkt zur Mutter, um mit ihr zu sprechen. Olle Westerling war dabei. Die Wohnung wirkte deprimierend, vollgestellt mit Möbeln, alles in düsteren Farben. Die Mutter hatte rot verweinte Augen. Lundgren sagte: "Erzählen sie von Hanna. Wie ging es ihrer Tochter?". "Was weiß man schon, wie es Jugendlichen in dem Alter geht. Sie sagen nicht viel", antwortete die Mutter. Lundgren bemerkte einen leichten Alkoholgeruch. Olle kam aus dem Zimmer der Tochter zurück. Er nahm den Kommissar beiseite. "Hanna muss Beischlaf gehabt haben. Ich habe Spermaspuren im Bett gefunden und das!". Olle zeigte eine Pillenpackung mit drei Pillen. Drei waren bereits entnommen. "Was ist das?". "Das sind Pillen danach", antwortete Olle. Die Stimmung im Raum wurde noch drückender. Zurück im Polizeihaus bekamen sie die Mitteilung, dass der Hausmeister angerufen habe, er habe beim Ausräumen der Dunkelkammer, hinter einer Abwasserleitung versteckt, ein Paket gefunden. Das Paket lag schon auf dem Tisch. Lundgren öffnete die Schnur und wickelte das Packpapier ab. Alle starten auf die Bilder, die zum Vorschein kamen. Man sah undeutlich den Rücken eines erwachsenen Mannes über Hannas Körper. Ihre Hände mussten irgendwie oben außerhalb des Bildes festgebunden sein. Ein Bild zeigte ein wenig Hintergrund. Olle nahm ein Vergrößerungsglas. "Ich erkenne eine goldene, gemusterte Tapete und ein Bild mit einem Hund, der auf einem roten Kissen liegt, und ein Stück Stuhllehne. Die Bilder müssen wohl durch ein Fenster aufgenommen worden sein". Das Schweigen nach Olles Worten lastete schwer im Raum. "Wie sollen wir diese Wohnung finden?", fragte Lundgren endlich unter einem Seufzer. Am Abend war die Verabredung mit Lars Stenborg zum Fischen. Sie wollten dann im Morgengrauen auf den See hinaus. Der Kommissar zögerte erst. Aber dann dachte er, dass ihm eine Ablenkung gut tun könnte. Als Lundgren am Haus am See, Lars Elternhaus, ankam, war Lars schon da. Das Feuer im Kamin brannte. Sie nahmen erst einmal einen Whisky zum Aufwärmen. Lundgrens Blick blieb auf einem Porträt hängen. Es zeigte eine junge Frau in einem roten Kleid. An ihrer Seite lehnte ein Hund. Er erstarrte. Da waren auch die goldene Tapete und der Stuhl. "Was ist?", fragte Lars. "Du siehst plötzlich so abwesend aus?". "Entschuldige, ich muss noch einmal zurück ins Polizeihaus. Mir ist gerade etwas eingefallen, was ich überprüfen muss, sonst habe ich keine Ruhe zum Fischen", erwiderte Lundgren. Als er mit seiner Truppe zurückkam, lag Lars mit einer Kugel im Kopf vor dem Kamin in seinem Blut. Lars hatte Hanna gekannt. Er hatte ein Pferd im Stall in Källeberg stehen. Die Fingerabdrücke in der Dunkelkammer und auf dem Hammer, sowie die Spuren, die man bei Hanna gefunden hatte, stimmten mit Lars Spuren und Abdrücken überein. Text von Monika Rudnick aus 2005 |